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    Nachtrag in Bildern

    P1040054 Snowfall Niigata

    Wer's nicht glauben mag: ein später Winter in Niigata...

    P1040109 The Tea Ceremony

    Eine Tee-Zeremonie: sämtliche Abläufe sind formalisiert und unterliegen einem strengen Ritual, das je nach Schule unterschiedlich in der Ausführung sein kann, im wesentlichen aber das Trinken einer Tasse grünen Tees zum Inhalt hat.

    P1040110 The Tea Ceremony

    Eine Tee-Zeremonie: Die Kleidung beim Besuch einer solchen Zeremonie sollte angemessen sein.

    P1040132 SAKE

    Sakefässer als Spenden im Meiji-Jingu in Tokio

    P1040125 Finis

    Der letzte Morgen in Niigata.

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    Kopenhagen

    Ein Eintrag, der eigentlich keiner werden sollte, verfasst am Abend des 15. März im Park Inn am Flughafen Kopenhagen. Um es gleich vorweg zu nehmen, ein großes Lob sei an dieser Stelle den Bord-Crews und dem Bodenpersonal der SAS (Scandinavian Airlines) ausgesprochen, die nicht nur freundlich und hilfsbereit waren, sondern auch wirklich helfen konnten. Aber was nutzt das, wenn das System, in dem sie arbeiten müssen, nicht so funktioniert, wie es soll.

    Alles begann heute früh in Tokio, wo wir trotz vorheriger Buchung Anfang Februar und nochmaliger Rückbestätigung am Flughafen heute nicht die angefragten Sitzplätze mit erweiterter Beinfreiheit zugewiesen bekamen sondern nur die Standard-Economy. Selbst Schuld, mag der uneingeweihte Leser jetzt denken, was regt er sich so auf, soll er doch Business buchen, wenn er mehr Beinfreiheit verlangt....
    Nun gibt es diese Sitze aber auch in der Economy, und wenn man als schwangere Frau unterwegs ist, sind knapp 12 Stunden Flug an sich schon genug. Wie eingangs erwähnt, kümmerte sich dann das Bordpersonal rührend um uns, und schließlich wurde alles gut und wir verbrachten einen entspannten Flug bis Kopenhagen.

    Dort war unsere Transitzeit mit etwa vier Stunden mehr als reichlich bemessen, und so hingen wir dort in Wartehaltung vor dem Gate ab, bis dieses dann endlich seine Pforten öffnen würde. Tat es aber nicht. Etwa zehn Minuten vor Abflug sprang die Anzeigetafel von "Gate C4" auf "Cancelled" um (natürlich nur die an der allgemeinen Anzeigetafel, nicht etwa die unmittelbar am Gate), ohne dass sich ein Mitarbeiter der SAS dort blicken ließ. War sicherlich auch besser so, denn die Stimmung der dort Wartenden hatte einen Punkt erreicht, an dem Lynchjustiz nicht mehr sicher hätte ausgeschlossen werden können. Ein dann doch vorbeieilender Mitarbeiter hob nur abwehrend die Hand, verwies auf seine Nichtzuständigkeit für den Fall und den Informationsschalter des Terminals. Der verwies uns dann an das Transfercenter von SAS, wo unglaubliche vier Mitarbeiter sich der ca. 120 Beschwerdeführer annahmen und versuchten, diesen eine Alternative anzubieten. Diese bestand zu diesem Zeitpunkt in einem Flug nach Hannover, der etwa eine Stunde nach unserem Berlinflug hätte abheben sollen. Da aber die Bearbeitung des Einzelfalles mehr als fünf Minuten in Anspruch nahm, und dann auch noch die ebensogut besetzte Maschine nach Hamburg ausfiel, wird klar, dass dies für die überwiegende Zahl der Reisenden keine Alternative war. Ausgebucht war der Flug ohnehin schon...
    So irgendwann gegen 8, als ich als Beschwerdeführer dann endlich an den Schalter gerufen wurde, hatte sich mein Zorn schon etwas gelegt. Die Fragen, warum so etwas nicht mal per Lautsprecher durchgesagt werden kann, warum es nicht am Gate selbst angezeigt wird oder wieso kein Mitarbeiter dort mal erscheinen kann, um die die Lage zu klären, hatte ich da schon für profanere Dinge des Lebens zurückgestellt: den nächsten Flug, ein Hotel und etwas zu essen. Die Mitarbeiterin gab sich dann auch redlich Mühe, den angekratzten Namen ihres Arbeitgebers wieder zu polieren, und der reibungslose Ablauf verdient wirklich Lob. Nur geholfen hat es nichts: wir sitzen hier bis morgen Nachmittag fest.

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    Das war's

    Unsere Flugdaten sind bestätigt: morgen, 12:30 hebt "unsere" Maschine von Tokio-Narita ab. Zurück lassen wir einiges - vor allem Freunde, die wir so schnell nicht wiedersehen können.

    Was ist sonst noch so passiert? Der größte Teil des Gepäckes ging heute mit Takkyubin schon einmal zum Flughafen, muss also morgen nicht dorthin geschleppt werden. Silke: ein herzliches Dankeschön für den Tipp!

    Ansonsten nutzten wir Sonnenschein und Frühlingstemperaturen zu einem ausgedehnten Spaziergang in Tokio: zwischen Yasukuni-Jinja, Shinjuku und Shibuya - mithin ein ganzer Haufen Superlative, der abzuarbeiten war.

    Der Yasukuni-Schrein war Pflichtprogramm, er gehört ja zu den bekannteren und immer wieder kontrovers diskutierten Sehenswürdigkeiten, weniger weil ihn ihm der ca. 2,6 Millionen Kriegstoten seit 1853 gedacht wird, sondern weil sich darunter auch die Namen von ca. 1.000 nach dem letzten Krieg verurteilten Kriegsverbrecher befinden. Das auf dem Schreingelände befindliche Museum dokumentiert dann auch eine spezifisch japanische Sicht auf die Ereignisse der jüngeren Geschichte. Aber dazu mehr einmal später im Transmitter.

    Shinjuku und Shibuya sind dann das Gegenprogramm zu unserem doch eher beschaulichen Leben in Niigata. Hier ist der städtische Raum vollständig entgrenzt. Verkehrsströme kreuzen sich über mehrere Etagen und der Begriff "Erdoberfläche" hat in den hochverdichten Räumen seine Begrifflichkeit verloren. Trotzdem finden sich dazwischen immer wieder kleine, ruhige Viertel, in denen man kaum vermutet, dass man sich in einem der dichtbesiedelsten Ballungräume der Welt befindet. Nebenbei, unser beschauliches Hotel Fukudaya ist hiermit jedem Tokio-Reisenden anz Herz gelegt. Es liegt in fußläufiger Entfernung vom Bahnhof Shibuya (gut, mit etwas mehr Gepäck sollte man ein Taxi nehmen), hat selbst für japanische Verhältnisse unglaublich freundliche und zuvorkommende Hausherren und ist auch preislich für den Reisenden geeignet, der hin- und wieder einen Blick auf die Reisekasse werfen muss. Es gehört zur Japanese Inn Group, einem freiwilligen Zusammenschluss kleiner, familiär geführter Hotels im japanischen Stil. Wer also kein Problem damit hat, auf Futons zu schlafen, in der Yukata herum zu laufen oder im Ofuro zu liegen, der kann mit deren handlicher Broschüre quer durch Japan reisen und findet immer eine angenehme Herberge.

    Allen, die sonst noch an den Ereignissen vor Ort interessiert sind, können im Blog von Sebastian lesen, wie es im Land der aufgehenden Sonne weiter geht, Pascal berichtet direkt aus Niigata. Aktuelles aus meinem Forschungsbereich findet sich auf der Institutshomepage. Wir selbst werden den um Rechtschreibfehler bereinigten und mit noch mehr bunten Bildern und noch längeren Hintergrundtexten angereicherten Blog als Printversion irgendwann im Laufe des Jahres fertig stellen und gern all denen zur Verfügung stellen, die ihn noch einmal "auf Papier" haben möchten.

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    Aus und vorbei

    Die Koffer gepackt und die Sachen verstaut. Viele Dinge "zum letzten Mal" erledigt. Heute Nachmittag gehen fünf Pakete auf Reisen, und morgen früh geben wir die Schlüssel unserer Wohnung ab. Dann geht es weiter nach Tokio, wo wir noch zwei Nächte im Ryokan Fukudaya bleiben, ehe am Donnerstag um 15.00 Uhr unser Flug nach Kopenhagen geht.

    Was ist sonst noch so passiert? In Niigata ist seit zwei Tagen Schneesturm, mit einer starken Betonung auf "Sturm". Für uns noch einmal ein Eindruck des berühmten Niigata-Winters, der uns diesmal erspart geblieben ist. Mit den Kollegen aus den Laboren "Farewell"-Parties gefeiert. Heute noch Ausweise und Schlüssel abgeben, der Schreibtisch ist schon ausgeräumt.

    ...und überall "Goodbye!" sagen.

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    The Maki Machi Expedition

    Am Sonnabend, dem 10. März, machen sich drei unerschrockene Wander auf den Weg. Sebastian, Catherine und Martin wollen die Berge von Maki Machi erklimmen. Was es dort gibt, wissen sie auch nicht. Die Berge liegen etwa 15 km südlich der Universität von Niigata und direkt am Strand, was sie als Aussichtspunkt interessant macht. Andererseits müssen diese 15 Kilometer zunächst überwunden werden. Die nachfolgenden Passagen stammen aus dem offiziellen Expeditions-Tagebuch.

    Landkarte Maki Machi

    Die Expeditionsroute: von Niigatas Universität zunächst an den Strand, dann runde 13 Kilometer am Strand entlang Richtung Süden. Dann wieder quer hinein in Landesinnere, hinauf auf den Berg - und zurück.

    Sonnabend, 10. März 2007, 9.00 Uhr
    Expedition tritt zum gemeinsamen Frühstück zusammen. Lebensmittel- und Getränkevorräte verpackt.


    Sonnabend, 10. März 2007, 10.15 Uhr

    Aufbruch Richtung Maki Machi. Wetter warm und sonnig, in der Ebene kein Schnee mehr zu sehen. Berge von Maki Machi kommen in Sicht, weiß verschneit.

    IMG_8740 Golf and Mountain Ridge

    Die Berge von Maki Machi - noch immer weiß verschneit, während am Strand bei Sonnenschein schon frühlingshafte Temperaturen herrschen.

    Sonnabend, 10. März 2007, 10.40 Uhr
    Erreichen Strand etwa 2 km nördlich Uchino Harbour. Setzen Kurs auf Süd. Kaum Wind.


    Sonnabend, 10. März 2007, 11.10 Uhr

    Uchino Harbour umgangen. Fehlen von Wasser bemerkt. Getränkevorrat am Automaten im Hafen aufgestockt.

    IMG_8712 Concrete Beach

    Der Strand südlich von Uchino - Concrete Beach

    Sonnabend, 10. März 2007, 12.05 Uhr
    Erreichen Versorgungsstützpunkt bei Kilometer 8. Expedition verpflegt. Drei Rahmen mit Reis, Salat, Gemüse und Tee für jeweils 500 Yen verzehrt.


    Sonnabend, 10. März 2007, 12.45 Uhr

    Stoßen weiter Richtung Süden vor. Wetter angenehm warm und sonnig. 20 Softbälle requiriert. Stock als Golfschläger zweckentfremdet.

    Sonnabend, 10. März 2007, 14.00 Uhr
    Erreichen Maki Machi Hikari Harbour. Gehen von dort landeinwärts und machen Rast auf kleiner Grünfläche. Entwickeln uns zum Objekt des Interesses bei den Eingeborenen. Expeditionsstrecke: 13.7 km


    Sonnabend, 10. März 2007, 14.30 Uhr

    Erreichen den Fuß der Maki Machi Mountain Ridge. Letztmalige Getränkeversorgung. Cathy stellt das Fehlen der Notration fest. Rüge ins Expeditionstagebuch eingetragen. Beginnen Aufstieg. Weg steinig, schlammig, rutschig und uneben – kann kaum schlechter sein. Arbeiten uns durch Bambuswald vor. Aufstieg über 3 km auf ca. 450 m in den folgenden zwei Stunden.


    Sonnabend, 10. März 2007, 15.05 Uhr

    Erreichen Schrein der lokalen Berggottheit (o-Kami-sama). Drei Yen für gute Rückkehr geopfert. Weg doch noch schlechter geworden, besteht nur noch aus Schnee, Schlamm und Wasser - sowie einigen zur Befestigung hineingeworfenen Baumstämmen. Schuhe nass. Mannschaft beschwert sich über fehlende Notration.

    IMG_8769 Kami no uchi

    Kami no Uchi - das Haus des Kami, der lokalen Berggottheit. Die Stufen dorthin sind der einzige befestigte Teil des Weges. Der Rest ist infolge der Schneeschmelze ein Gemisch aus Schlamm, Schnee und Wasser, garniert mit Baumwurzeln und Zweigen.


    Sonnabend, 10. März 2007, 16.15 Uhr

    Erreichen Gipfel der vorderen Mountain Ridge nach beschwerlichem Aufstieg. Weg kaum noch zu erkennen. Treffen Eingeborene. Erste Anzeichen für Meuterei. Mangels Boot kielholen der Rädelsführer nicht möglich. (Randnotiz: bei nächster Expedition zu diesem Zweck Boot mitnehmen.) Lebensmittelversorgung kritisch. Stoßen trotzdem weiter zur zweiten Mountain Ridge vor. Aussicht wunderbar.

    IMG_8775 View from a Mountain

    Die Aussicht von oben. Was sieht man vom Berg? Natürlich noch mehr Berge. Und die Ebene von Niigata. Und keinerlei menschliche Behausung im Umreis von mehr als 2 Kilometern. Und leider auch kein Gipfel-Cafe...

    Sonnabend, 10. März 2007, 16.45 Uhr
    Erreichen Fuß der zweiten Mountain Ridge. Sicht klar, Nachtfall zu befürchten. Lebensmittel am Ende. Getränke ebenfalls. Mannschaft zeigt Anzeichen von Meuterei. Erneut Boot ins Spiel gebracht. Treten Rückweg an und entdecken von Ferne Weingut. Beschließen, dorthin weiter zu wandern.

    Sonnabend, 10. März 2007, 17.00 Uhr
    Mannschaft im Delirium. Gesprächsthema ausschließlich Essen. Cathy will Erdbeeren pflücken, obwohl es offensichtlich keine gibt. Überlegen, ob es vermessen wäre, während einer Nordatlantikkreuzfahrt einen Eisbergsalat zu bestellen. Wortspielkasse gefüllt.

    Sonnabend, 10. März 2007, 17.30 Uhr
    Erreichen erneut Fuß der Mountain Ridge. Ausrüstung nass und schlammig. Und extrem reinigungsbedürftig. Definieren neue Trendsportart: Mudding. Man darf nicht versuchen, sich gegen das Rutschen auf Schlamm zu wehren, man muss selbst der Schlamm sein.

    IMG_8783 Sunset and Sado ga shima

    Sunset über Sado Island. Die Aussicht war die Mühe Wert, und das nahe Weingut Cave d'Occi versprach reichlich Entschädigung für die kulinarischen Entbehrungen.

    Sonnabend, 10. März 2007, 18.10 Uhr
    Erreichen Weingut Cave d’Occi. Werden von Eingeborenen freundlich empfangen und hervorragend versorgt. Wollen gern am offenen Kamin sitzen bleiben und weiter Kaffee trinken, aber Taxi wartet und bringt uns nach Maki Machi zum Bahnhof.

    Sonnabend, 10. März 2007, 18.44 Uhr
    Erreichen Bahnhof Maki Machi. Moral wieder gehoben. Zug fährt 18.51 Uhr. Während der Fahrt Brotgaben von Weingut verzehrt. Stimmung gut bis ausgelassen. Zurückgelegte Strecke insgesamt: 19.6 km.

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    Golf

    animation golf

    Martin übt Golf: auf das Bild klicken, um die Animation zu starten

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    Schneefall

    Nun ist es also doch noch passiert. In dicken, weißen Flocken fällt Schnee - seit gestern Nachmittag ununterbrochen. Er klebt auf Bäumen und baut auf Telegraphenleitungen kleine weiße Mauern, er hüllt Fahrräder ein und dämpft jedes Geräusch. Winter in Niigata. Bis morgen sind weiter Schneefälle angesagt.

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    Staffelübergabe

    Für uns heißt es so langsam, Sachen zu packen und Abschied zu nehmen. Zeit zu gehen. Viele unserer hier gefundenen Freunde und Bekannten sind ebenfalls "auf dem Sprung", oder schon weg. Mittlerweile ist Sebastian eingetroffen - mit dem ich 2005 schon einmal quer durch Japan unterwegs war - und er wird ein ganzes Jahr hierbleiben und weiter aus Japan berichten, unter

    http://134.91.14.18/japan2007/index.php

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    Reisestatistik

    Winston Churchill wird ja das geflügelte Wort zugeschrieben, dass man keiner Statistik trauen solle, die man nicht selbst gefälscht habe. Ohne hier näher auf die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Zuschreibung der Urheberschaft eingehen zu wollen, möchte ich hier dem Dschungel der Statistik ein paar weitere Informationskolonnen hinzufügen.

    Unsere Japanreise in Zahlen und Fakten

    gefahrene Bahnkilometer:
    4.150

    Übernachtungen:
    13

    besuchte Städte:
    10

    besuchte Tempel:
    6

    besuchte Schreine:
    5

    gesehene Filme:
    3
    "The Departed" im Amu-Plaza in Kagoshima
    Shakespeare in Love und
    Secondhand Lions im Nishisokou Ryokan in Nagasaki

    betretene Vulkane:
    1

    gefahrene Schiffsminuten:
    30

    erworbene Dosen Haferflocken:
    1

    besuchte Thermalbäder:
    1

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    Heizen

    "Wir Japaner leben im Einklag mit der Natur", ist eine dieser Behauptungen, wie sie den Werbefilmen der Tourismusbehörde ebenso entnommen werden kann wie dem abendlichen Gespräch mit den Kollegen. Architektonisch findet dies Niederschlag und Beleg in dünnen Wänden und Fenstern, und so sind die Häuser dann im Winter kalt und im Sommer heiß und niemand stört sich daran.

    Da sich aber auch in Japan der Komfort breit macht - und ein Land mit geschätzten 6.000 kleineren oder größeren Erdstößen jährlich zu Recht auf eine zentrale Gasversorgung verzichtet - spielt die Elektrizität eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Lösung der Frage, wie sich die Innen- in den Gegensatz zu den Außentemperaturen bringen lassen. Sowohl am häufigsten zu finden als auch am meisten beworben: die fest installierte Klimaanlage.

    P1030754 Aircondition

    Vor allem in öffentlichen Gebäuden, Supermärkten, Gaststätten und Konbinis scheint sie nur mit zwei Einstellungen ausgeliefert zu werden: Bora oder Harmattan. Diese Technik - mit individuell regelbarer Temperatur und Windstärke - wird auch in den meisten Wohnungen verwendet. Spätestens beim Blick auf die erste selbst zu zahlende Energierechnung wird aber klar, dass diese bei den hiesigen Energiepreisen für den Selbstzahler eine Ausnahmegelegenheit bleibt. Kann man im Sommer auf den Kühleffekt verzichten, bieten sich für die Raumerwärmung im Winter alternativ mobile Elektroheizer an, die nach dem Radiatorprinzip arbeiten und die Wärme dorthin abgeben, wo sie auch gebraucht wird.

    P1030727 Elektroheizer mobil

    Aber auch ein solcher Elektroradiator nimmt mit rund 3kW immer noch ausreichend Energie aus dem Netz, die bar zu bezahlen ist. Darüber hinaus belastet er den elektrischen Kreis derart, dass für die Zeitdauer des Heizens jeder andere elektrische Verbraucher vom Netz genommen werden muss. Heizen oder Haare fönen - beides zusammen geht nicht. Eine Lösung besteht darin, auf alternative Wärmequellen auszuweichen. Ebenfalls populär sind hier die Kerosinheizer, die in unterschiedlichsten Modellen angeboten werden und mit kleinen, im Supermarkt erwerbbaren Kerosindosen betankt werden. Preislich sind sie eine echte Alternative, aufgrund der durch sie entstehenden akuten Brandgefahr aber auch in vielen Häusern verboten.

    P1030729 Kerosinheizer mobil

    Diese Kerosinheizer arbeiten leise, schnell und effizient. Neben der erwähnten Brandgefahr ist ihr größter Nachteil der bemerkenswerte Geruch. Andererseits ist dieser Geruch auch ein sicherer Indikator, dass ein aufgesuchtes Hotel für die kalten Winternächte wohlige Wärme verspricht.

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