
The Maki Machi Expedition
Am Sonnabend, dem 10. März, machen sich drei unerschrockene Wander auf den Weg. Sebastian, Catherine und Martin wollen die Berge von Maki Machi erklimmen. Was es dort gibt, wissen sie auch nicht. Die Berge liegen etwa 15 km südlich der Universität von Niigata und direkt am Strand, was sie als Aussichtspunkt interessant macht. Andererseits müssen diese 15 Kilometer zunächst überwunden werden. Die nachfolgenden Passagen stammen aus dem offiziellen Expeditions-Tagebuch.

Die Expeditionsroute: von Niigatas Universität zunächst an den Strand, dann runde 13 Kilometer am Strand entlang Richtung Süden. Dann wieder quer hinein in Landesinnere, hinauf auf den Berg - und zurück.
Sonnabend, 10. März 2007, 9.00 Uhr
Expedition tritt zum gemeinsamen Frühstück zusammen. Lebensmittel- und Getränkevorräte verpackt.
Sonnabend, 10. März 2007, 10.15 Uhr
Aufbruch Richtung Maki Machi. Wetter warm und sonnig, in der Ebene kein Schnee mehr zu sehen. Berge von Maki Machi kommen in Sicht, weiß verschneit.

Die Berge von Maki Machi - noch immer weiß verschneit, während am Strand bei Sonnenschein schon frühlingshafte Temperaturen herrschen.
Sonnabend, 10. März 2007, 10.40 Uhr
Erreichen Strand etwa 2 km nördlich Uchino Harbour. Setzen Kurs auf Süd. Kaum Wind.
Sonnabend, 10. März 2007, 11.10 Uhr
Uchino Harbour umgangen. Fehlen von Wasser bemerkt. Getränkevorrat am Automaten im Hafen aufgestockt.

Der Strand südlich von Uchino - Concrete Beach
Sonnabend, 10. März 2007, 12.05 Uhr
Erreichen Versorgungsstützpunkt bei Kilometer 8. Expedition verpflegt. Drei Rahmen mit Reis, Salat, Gemüse und Tee für jeweils 500 Yen verzehrt.
Sonnabend, 10. März 2007, 12.45 Uhr
Stoßen weiter Richtung Süden vor. Wetter angenehm warm und sonnig. 20 Softbälle requiriert. Stock als Golfschläger zweckentfremdet.
Sonnabend, 10. März 2007, 14.00 Uhr
Erreichen Maki Machi Hikari Harbour. Gehen von dort landeinwärts und machen Rast auf kleiner Grünfläche. Entwickeln uns zum Objekt des Interesses bei den Eingeborenen. Expeditionsstrecke: 13.7 km
Sonnabend, 10. März 2007, 14.30 Uhr
Erreichen den Fuß der Maki Machi Mountain Ridge. Letztmalige Getränkeversorgung. Cathy stellt das Fehlen der Notration fest. Rüge ins Expeditionstagebuch eingetragen. Beginnen Aufstieg. Weg steinig, schlammig, rutschig und uneben – kann kaum schlechter sein. Arbeiten uns durch Bambuswald vor. Aufstieg über 3 km auf ca. 450 m in den folgenden zwei Stunden.
Sonnabend, 10. März 2007, 15.05 Uhr
Erreichen Schrein der lokalen Berggottheit (o-Kami-sama). Drei Yen für gute Rückkehr geopfert. Weg doch noch schlechter geworden, besteht nur noch aus Schnee, Schlamm und Wasser - sowie einigen zur Befestigung hineingeworfenen Baumstämmen. Schuhe nass. Mannschaft beschwert sich über fehlende Notration.

Kami no Uchi - das Haus des Kami, der lokalen Berggottheit. Die Stufen dorthin sind der einzige befestigte Teil des Weges. Der Rest ist infolge der Schneeschmelze ein Gemisch aus Schlamm, Schnee und Wasser, garniert mit Baumwurzeln und Zweigen.
Sonnabend, 10. März 2007, 16.15 Uhr
Erreichen Gipfel der vorderen Mountain Ridge nach beschwerlichem Aufstieg. Weg kaum noch zu erkennen. Treffen Eingeborene. Erste Anzeichen für Meuterei. Mangels Boot kielholen der Rädelsführer nicht möglich. (Randnotiz: bei nächster Expedition zu diesem Zweck Boot mitnehmen.) Lebensmittelversorgung kritisch. Stoßen trotzdem weiter zur zweiten Mountain Ridge vor. Aussicht wunderbar.

Die Aussicht von oben. Was sieht man vom Berg? Natürlich noch mehr Berge. Und die Ebene von Niigata. Und keinerlei menschliche Behausung im Umreis von mehr als 2 Kilometern. Und leider auch kein Gipfel-Cafe...
Sonnabend, 10. März 2007, 16.45 Uhr
Erreichen Fuß der zweiten Mountain Ridge. Sicht klar, Nachtfall zu befürchten. Lebensmittel am Ende. Getränke ebenfalls. Mannschaft zeigt Anzeichen von Meuterei. Erneut Boot ins Spiel gebracht. Treten Rückweg an und entdecken von Ferne Weingut. Beschließen, dorthin weiter zu wandern.
Sonnabend, 10. März 2007, 17.00 Uhr
Mannschaft im Delirium. Gesprächsthema ausschließlich Essen. Cathy will Erdbeeren pflücken, obwohl es offensichtlich keine gibt. Überlegen, ob es vermessen wäre, während einer Nordatlantikkreuzfahrt einen Eisbergsalat zu bestellen. Wortspielkasse gefüllt.
Sonnabend, 10. März 2007, 17.30 Uhr
Erreichen erneut Fuß der Mountain Ridge. Ausrüstung nass und schlammig. Und extrem reinigungsbedürftig. Definieren neue Trendsportart: Mudding. Man darf nicht versuchen, sich gegen das Rutschen auf Schlamm zu wehren, man muss selbst der Schlamm sein.

Sunset über Sado Island. Die Aussicht war die Mühe Wert, und das nahe Weingut Cave d'Occi versprach reichlich Entschädigung für die kulinarischen Entbehrungen.
Sonnabend, 10. März 2007, 18.10 Uhr
Erreichen Weingut Cave d’Occi. Werden von Eingeborenen freundlich empfangen und hervorragend versorgt. Wollen gern am offenen Kamin sitzen bleiben und weiter Kaffee trinken, aber Taxi wartet und bringt uns nach Maki Machi zum Bahnhof.
Sonnabend, 10. März 2007, 18.44 Uhr
Erreichen Bahnhof Maki Machi. Moral wieder gehoben. Zug fährt 18.51 Uhr. Während der Fahrt Brotgaben von Weingut verzehrt. Stimmung gut bis ausgelassen. Zurückgelegte Strecke insgesamt: 19.6 km.